Anwohner - Votum zur Mindener Straße: „Wir brauchen Platz zum Ausweichen!“
Die Botschaft der Menschen vor Ort war unmissverständlich. Beim Bürgerdialog des CDU - Stadtverbandes Herford im Restaurant Rhodos am vergangenen Donnerstag machten zahlreiche Anwohner und Anlieger der Mindener Straße deutlich, dass sie die aktuelle Verkehrsplanung der Stadt für realitätsfern halten. Jörg Haferkorn, Vorsitzender des CDU - Stadtverbandes, und Christoph Büker, Vorsitzender des Verkehrsausschusses , waren gekommen, um zuzuhören – und nahmen einen klaren Auftrag für die politische Arbeit mit.
Bürger fordern Abkehr von der Einspurigkeit
Im Zentrum der teils emotionalen, aber stets sachlichen Debatte stand die Sorge um die Funktionsfähigkeit der Straße. „Die Anwohner haben uns sehr plastisch geschildert, was eine Reduzierung auf nur eine Spur pro Fahrtrichtung bedeuten würde“, berichtet Moderator Christoph Büker. Die Teilnehmer brachten Beispiele aus ihrem Alltag: Ob Müllabfuhr, liegengebliebene Fahrzeuge oder die hohe Frequenz an Rettungswagen im Einsatz – ohne eine zweite Spur zum Ausweichen drohe der Mindener Straße der dauerhafte Infarkt. „Dieses klare Votum gegen die reine Zweispurigkeit ist ein massiver Impuls aus der Bürgerschaft, den wir nun politisch kanalisieren werden“, so Büker weiter.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Jörg Haferkorn bestätigt dies in dem er auf die vom Planer selbst zugrundegelegten Zahlen Bezug nimmt, „Wir haben es mit einer innerstädtischen Hauptverkehrsstraße mit mehreren Ampeln zu tun, bei der es an der Kreuzung Mindener Straße / Ortsieker Weg / Waltgeristraße fast 2000 Kfz Bewegungen pro Stunde in der Spitze sind, und 8 Stunden lang oberhalb von 1500 Kfz-Bewegungen pro Stunde. Bei einer einspurigen Verkehrsführung pro Richtung ist das der vorprogrammierte Verkehrskollaps. Unberücksichtigt ist dabei zudem, dass bereits jetzt die Nebenstraßen unter Ausweichverkehr leiden. Das dürfen wir den Bürgern nicht zumuten!“
Daraus ergab sich auch die Prioritätensetzung der Betroffenen: Um einen flüssigen Verkehrsfluss und die Sicherheit durch Ausweichmöglichkeiten zu erhalten, signalisierten viele Anwohner sogar die Bereitschaft, den Wegfall von Parkplätzen in Kauf zu nehmen, soweit sich dies tatsächlich nicht verhindern läßt.
Stopp des Verkehrsversuchs als logische Konsequenz
Die täglichen Stauerfahrungen der Anwohner führten am Abend zwangsläufig zu der Forderung, den laufenden Verkehrsversuch zu beenden. Die Bürger schilderten eindringlich, dass der Versuch in seiner jetzigen Form gescheitert sei. Die CDU nimmt diesen Impuls ernst: Wenn ein Versuch wissentlich Staus produziert, muss er beendet werden. Die Wiederherstellung der Vierspurigkeit bis zum tatsächlichen Baubeginn ist für die Menschen vor Ort die einzig akzeptable Lösung, fordert Haferkorn.
Ende des Schwebezustands gefordert
Auch die Enttäuschung über die ausbleibende „große Lösung“ mit Straßen.NRW war im Saal spürbar. Da eine durchgehende Planung vom Lübbertor bis zur Ringstraße mittelfristig nicht realistisch ist, sieht die CDU sich durch den Abend darin bestätigt, nun zügig eine Entscheidung für den aktuellen Abschnitt herbeizuführen. „Die Menschen haben uns verdeutlicht, dass sie nicht länger mit der jetzigen Situation leben wollen. Ihr Votum ist unser Kompass“, so Haferkorn und Büker abschließend.